Über mich

Ich bin geboren und aufgewachsen in Hagen (Westfalen). Nach der Oberstufenzeit wählte ich den Weg des Soldaten auf Zeit für vier Jahre. In der Truppe durchlief ich die verschiedensten Ausbildungen als Ausbilder,
Führer einer Kampfgemeinschaft, Buchhalter bis zu Spezialausbildungen im UN-Trainigscenter Hammelburg in den Bereichen Psychologie, Vernehmungstaktiken und Verhalten bei Geiselnahmen und Verhandlungen mit Geiselnehmern, Häuserkampf für den Aufenthalt im ehemaligen Jugoslawien.

Im Anschluss daran bildete ich mich weiter fort zum Ernährungsberater/Personaltrainer und erwarb die
Trainer-B-Lizenz und den Übungsleiter im Breitensport.
Der leistungsorientierte Sport (UltraMarathon & IronmanTriathlon) ist bis dato gegenwärtig und ein Hauptbestandteil meines Lebens, um möglichst in jeder Lebenslage die physischen Voraussetzungen für das harte Leben erfüllen zu können.

Es folgte die Ausbildung zum Polizeibeamten und dem anschließenden Dienst in der Landeshauptstadt.
Dort schrieb ich mich als Gasthörer im Studium Psychologie ein und belegte über drei Semester Kurse über die menschliche Wahrnehmung und die 16 Grundmuster des menschlichen Verhaltens (Verhaltens-Sozialpsychologie).
Nachdem mir „das wahre Gesicht“ des Menschen in den verschiedensten Situationen bekannt wurde,
konzentrierte ich mich erneut auf den Sport und die Ernährungsberatung/PT.

Es folgte die erste Inhaftierung, die mich nicht davon abgehalten hat, das Studium der Rechtswissenschaften aufzunehmen,
welches ich seit Oktober 2015 fortführe und jetzt im 15. Semester bin, neben dem Psychologiestudium
Nach einer Unterbrechung (zuvor) des Studiums machte ich mich im Bereich Garten- und Landschaftsbau, Ernährungsberatung/PT, Hundeausbildung sowie Personenschutz mit verschiedenen GmbH & Co. KG selbstständig. Es folgte nebenher ein weiteres Studium an der hsg-Bochum (Physiotherapie) und die Erweiterung des Berufsfeldes mit dem Handel von Agrar- und Petrolrohstoffen in Kiew und Cordoba.

Durch die Erfahrungen als Jurist im Bereich des Rechts war ich in der Lage, weitere Erkenntnisse über den Menschen sammeln zu können. Es folgte eine zweite Inhaftierung,
die gegenwärtig noch anhält.

„Ein Tag genügt, um festzustellen, dass ein Mensch böse ist; man braucht ein Leben,
um festzustellen, dass er gut ist.“ (Théodore Jouffroy)

Ich befinde mich gegenwärtig im Vollzeitstudium und werde es letztendlich als Dipl. jur. abschließen. Nach persönlicher Rücksprache mit den Hochschullehrern am 04.04.2017 hat mir insbesondere Herr Dr. Burkhardt geraten, das Psychologiestudium aufzunehmen, um es zumindest in dem Bereich als Bachelor-Psychologe abzuschließen, denn es steht in Zusammenhang mit der Dissertation. Gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Johannes Feest und Herrn Dr. Sven-Uwe Burkhardt (in Kooperation mit Frau Prof. Dr. Christine Graebsch) arbeiten wir an einem Kommentar zum StVollzG NRW, der längst überfällig sein dürfte. Hier möchte ich mich ganz besonders bei Rechtsanwalt Christoph Miczek, Zweigertstr. 15 aus Essen für seine intensiven Unterstützungen bedanken und dasss er mir bei allen Fragen zur Seite steht. Die Vollzugsbehörde Bochum jedoch verweigert jede Unterstützung, weil die "Sicherheit & Ordnung" an 1. Stelle steht. Von mir wird verlangt, dass ich bis zur Entlassung mit der kriminellen Subkultur zusammen arbeite. Das Studium sei doch Blödsinn. Offziell werde ich als "illegaler" Student titulliert! Weil ich nach der Entlassung im Bereich Strafvollzugsrecht meinen Schwerpunkt haben werde, ist das Verhalten nur menschlich.

Seit zwei Jahren schreibe ich an einer Autobiografie und stelle immer wieder aufs Neue fest, dass immer neue Erfahrungen mit den Menschen auch die Veröffentlichung verzögern lassen. Mit „Mein Kampf…mit der Gesellschaft, der Justiz und gegen mich selbst“ versuche ich die Dinge in den Fokus zu rücken, vor denen der Mensch Angst hat; die er nicht sehen will
(sich seiner Natur aber dennoch bewusst ist); die er verdrängt, und die Dinge, die unausweichlich sind.

Ich teile die Weltanschauungen, die auch Stephen Hawking aus wissenschaftlichen Gesichtpunkten teilt.
Die Wissenschaft hat die logischen Erklärungen, ob es einen Himmel gibt, ein Leben nach dem Tod oder gar einen Gott.
Bisher habe ich noch niemanden sonst kennengelernt, der die Fragen logisch erklären oder widerlegen kann.

Zurzeit bin ich trotz allem einer der glücklichsten Menschen. Eine Inhaftierung bringt unzählige Vorteile mit sich,
die die meisten verkennen oder nicht sehen wollen, weil sie mit sich selbst unzufrieden sind und nicht in der Lage,
auch eine „unangenehme“ Situation in eine glückliche zu verwandeln.

„Das Unglück ist der Prüfstein des Charakters.“ (Samuel Smiles)

Die Zeit in einer Justizvollzugsanstalt kann hart sein. Das aber nur, wenn man sich an das Recht und die Gesetze hält. Den Betrügern, Dealern, Junkies und Gewalttätern, die ihre Natur nicht ablegen wollen, geht es besser als jedem anderen. Das liegt daran, dass nicht die Inhaftieren die kriminelle Energie nicht ablegen wollen und durch das ebenso kriminelle Verhalten der - teilweise - uniformierten Entscheidungsträger (im Auftrag der Gesellschaft) gefördert werden. Dem Bürger ist überhaupt nicht bewusst, wie gefährtlich die Menschen in einer geschlossenen JVA überhaupt erst gemacht werden! Die Gesellschaft unterschätzt die situativen Kräfte dieser totalen Institution völlig. Alle Mitarbeiter sind in dieser Atmosphäre ebenso gefangen und neigen - naturgemäß - zu einer Verhaltensveränderung im sozialpsychologischen Sinn, nachdem sie ihre Alltagsbekleidung ausgezogen und ihre Uniform (Das Kostüm) angezogen haben (oder die zivile Uniform) und einen großen dominanten Schlüssel erhalten. Sie haben den Auftrag erhalten:
"Das ist deine Rolle und dein Kostüm. Du musst diese Rolle jetzt spielen und die Leute unter Kontrolle halten.".
Hierdurch wird (kognitive Dissonanz) das menschliche Wesen teilweise so verändert, dass ihr Sinn für Stabilität und Konsistenz der individuellen Persönlichkeit, des Charakters und der Moral gestört wird.

Ein weiterer dieser Schlüsselfaktoren ist die Macht der Regeln und Vorschriften. Es sind formelle, einfache Mittel, um informelles, komplexes Verhalten zu steuern. Sie funktionieren durch Externalisierung von Vorschriften, legen fest, was sein muss, was akzeptabel ist und belehnt wird, und was inakzeptabel ist und daher bestraft wird. Im laufe der Zeit entwickeln Regeln - besonders in einer geschlossenen JVA - ein willkürliches Eigenleben und erringen die Macht gesetzlicher Autorität, selbst wenn sie nicht länger relevant oder vage sind oder sich mit den Launen ihrer Vollstrecker (Justizvollzugsmitarbeiter) ändern.

Oft sind diese Entwicklungen lediglich eine Leinwand für die Dominanz und latente Unsicherheit derjenigen, die sie aufstellen, oder derjenige, die sie durchsetzen sollen. Aufgrund der Komplexität der menschlichen Grundmunster, der individuellen Einstellungen, der unterschiedlichen Auffassungen zu Recht und - vielleicht - Gesetz werden Gesetze gebrochen, bewusst und unbewusst. Die willkürliche Nichtbeachtung von Gesetzen führt zu Opfern! D.h. letztlich: Die Gesellschaft schafft Opfer! Die geschlossenen JVAen sind Orte der Verrohung, die das Schlimmste im menschlichen Wesen zutage fördern. Eher züchten sie Gewalt und Verbrechen heran, als das sie konstruktive Resozialisierung fördern. Ohne das Stabilität gebende und unterstützende soziale Umfeld wäre ich längst unter gegangen!!